Krankheiten und Tierarztwahl

 

 

* Wie sieht eine gesunde Ratte aus?

 

Eine augenscheinlich gesunde Ratte:

normal anliegendes krusten freies Fell,

klare Augen,

kein Sekret an Auge und Nase (Sekret sieht aus wie Blut),

keine Bäulen oder Knubbel,

gerade Zähne und normal lange Krallen,

eine normale motorik,

macht keine Ahtemgeräushe

Riecht nicht unangenehm aus Ohren, Intimbereich oder Maul.

 

Solltet ihr ein Tier erwerben wollen, das sichtlich krank ist, seit euch über anfallende Tierarztkosten im Klaren. Die Untersuchungsgebühr beträgt meistens schon min. 7 € zuzüglich Medikamente. Nicht zu vergessen, dass evtl. eine Ansteckungsgefahr für andere Tiere besteht!

 

Wenn euch irgendetwas an euren Tieren komisch vorkommt, geht bitte lieber zu früh als zu spät zum Tierarzt!!!

 

 

* Erkrankungen der Ratte

 

Ratten sind Körperlich gesehen ein Zwispalt. Einerseits bekommen sie furchtbar schnell einen Schnupfen, andererseits haben sie eine enorme Wundheilung. 

Ich möchte euch einige recht häufige Krankheitsbilder vorstellen und euch meine Erfahrungen dazu mitteilen.

 

- Milben

Meistens streiten die Tiere sich immer häufiger weil sie vom ewigen Juckreiz total gereizt sind. Fälschlicherweise glauben die Leute häufig, dass die kleinen Krusten am Hals, im Nacken und am Kinn von Kämpfen kommen aber auch das ist eine Erscheinung der Milben.

Es gibt auch Milben, die man den Tieren an den Ohren ansieht. Die Ohren sehen dann Pustelig aus. Darum werden diese Ohren auch "Blumenkohl Ohren" genannt.

Die Behandlung ist einfach: Es gibt Spot Ons die verschreibungspflichtig sind. Bitte bedient euch nicht an den Tierladenprodukten! Da diese Mittel verschreibungspflichtig sind, kommt ihr für die Behandlung nicht um den Tierarzt herum. Denkt bitte daran, dass auch eine Behandlung der Umgebung notwendig ist um die kleinen Parasieten entgültig zu vertreiben.

 

- Hautpilz

Kann sich immer mal einschleichen und ist ansteckend.

Zumeist sind es Runde kahle später auch nässende Kahle Stellen. Hautpilz kann jedoch grundätzlich sehr unterschiedlich aus sehen.

Es sollte das ganze Rudel behandelt werden da die Ansteckuung damit unterbrochen wird. Es empfielt sich eine wasser mischbare Lösung womit die Tiere alle 2 Tage eingesprüht weden. Anschließend mit einem Handtuch abtrocknen und verteilen.

Bei der Diagnostik kann man Schwarzlicht verwenden aber nur 30 % der Hautpilze sind Floreszierend.

 

- Schnupfen

Sehr warscheinkich die häufigste Erkrankung der Ratten.

Kann theoretisch zum Fenster hinein wehen oder unter der Schuhsole mit eingeschleppt werden. Leider geht schnupfen bei Ratten nicht von alleine weck.Darum bitte unbedingt einen TA aufsuchen. Ihr könnt das Imunsystem zusätzlich mit Vitamin B Komplex stärken.

 

- Lungenentzündung

Tritt manchmal in Folge eines nicht behandelten Schnupfens auf. Zeigt sich durch schlappheit, gestäubtes Fell und Flankenahtmung.

Häufig aber nicht immer begleitet von Ahtemgeräusche.

Unbedingt SOFORT zum TA!!!!

Eine Lungenentzündung kann tötlich sein und eine schnellst mögliche Behandlung ist notwendig!

 

- Augenentzündung

Tritt häufig bei staubiger Einstreu oder Zugluft auf.

Auge oder Augen tränen, werden milchig oder zu gekniffen. Unbedingt schnellst möglich zum TA! Ist schmerzhaft. Meistens sehr gut behandelbar mit Augensalbe.

 

- Abszess

Treten meistens als Folge von Verletzungen auf. Dank guter Wundheilung bekommen die Besitzer die Verletzungen gar nicht unbedingt mit. Es bildet sich unter der Haut eine Bäule. Ein Tierarzt wird durch punktieren schnell feststellen können, ob es sich um einen Abszess handelt oder nicht.

Jeh nach Stelle sollte eine weitere Infektion anderer Körperstellen durch Antibiose eingeschrenkt werden. Sehr gut und zumeist auch schnell heilbr.

 

- Tumor

Tumore treten meistens bei Weibchen am Gesäuge auf. Diese Tumore sind zumeist gut operabel und trotz schnellen Wachstums gutartig.

Grund für diese Tumore scheint der sehr stark schwankende Östrogenspiegel zu sein.

Andere Tumore die innen liegen oder bei Böcken entstehen sind zum Teil auch gut operabel aber die Warscheinlichkeit für bösartigkeit liegt deutlich höher!

 

Ich werde häufig gefragt, ob sich so eine OP lohnt.

Und ich kann oft nur antworten: "Kommt drauf an..."

Auf was kommt es also an? Wie fälle ich meine Entscheidungen?

Ich bedenke den Körperlichen Zustand des Tieres und bedenke das Alter des Tieres. It es schon alt und "Klapprig" so wird die Altersschwäche sehr warscheinlich schneller zum Tode beitragen als der Tumor.

Ist das Tier noch jung genug und fit steht einer OP nichts im Wege.

Solltet ihr eurem Tier keine OP gegeben haben und der Tumor nun schon groß sein stellt sich irgendwann die Frage, ab wann man das Tier vielleicht einschläfern lassen sollte.

Ich würde das Tier dann einschläfern, wenn die Lebensquallität gegen null läuft. Klingt einfach, ist aber eine sehr schwere Entscheidung... Viel Erfolg!

 

Wichtig mit zu bedenken: Wenn ein Tier in Narkose gelegt wird gibt es ein bei Rastten nicht unerhebliches Nakoserisiko von 50%! Berücksichtigt dies bei eurer Entscheidung. Beratet euch auch mit dem Tierarzt eures Vertrauens!

 

- Mittelohrentzündung

Zeigt sich zumeist erst, wenn es schon zu spät ist.

Erkennt man an gammligen Geruch aus dem Ohr, Kopf schiefhaltung und Eiter aus dem Ohr.

Eine schnellstmögliche Behandlung ist notwendig! Die Behandlung ist leider nicht oft Erfolgsversprechend. Die Kopfschiefhaltung kann sich zwar bessern aber gerade wird der Kopf nicht mehr... Ein Gehöhrschaden ist auch vorprogramiert.

 

- Blasenentzündung

Zeigt sich durch rötlichen Urin. Manchmal merken Halter es an der dunklen Schwanzunterseite ihrer Tiere. Bei Weibchen kann eine dunkle Schwanzunterseite jedoch von Blutungen aus dem Vaginalbereich stammen.

Ratten machen gerne Pipi wenn sie auf kalte Untergründe gesetzt werden (zB. Badewanne)

Wenn der Urin rötlich ist, ist es sehr warscheinlich eine Blasenentzündung. Wenn ihr eine Spritze im Haus habt, zieht die Pfütze auf und bringt es samt Tier zum Tierarzt damit dieser mit einem Teststreifen den Verdacht bestätigen kann.

 

- Gebermutterentzündung

Äussert sich zunächst kaum merklich durch mehr Ausfluss den die Tiere aus Reinlichkeitsgründen schnell entfernen. Lediglich das häufige Putzen des Vaginalgeruchs könnte ein Hinweis sein. Auch wird die Rattigkeit oft unregelmäßig.

Leichte Entzündungen können auch von allein wider verschwinden aber meistens kommt es immer wider. Und irgendwann auch schlimmer.

Ein deutliches Anzeichen ist blutiger Ausfluss der zumeist auch die Unterseite des Schwanzes ein färbt. Bei einer solchen Intensität riecht das Tier auch deutlich Streng unten herum, stellt das Fell als Zeichen von Unwohlsein auf und wird träger. Es tut sehr stark weh. Darum ist es aller höchste Zeit zum Tierarzt zu gehen! Der Zustand könnte bereits Lebensbedrohlich sein!

Hoch dosiertes Antibiotikum, Schmerzmittel und Peppelnahrung können das Tier evtl. retten. Leider kommen Gebährmutterentzündungen sehr häufig wieder.

Eine Kastration ist als endgültige Behandlungsmöglichkeit zwar kostenintensiv und durch das Narkoserisiko riskannt aber eben eine endgültige Heilungsart.

 

- Schlaganfall

Das Tier bekommt von heute auf morgen einen schiefen Kopf oder kann nicht mer laufen. Jeh nach Intensität des Anfalls ist das Tier damit unwiederruflich Lebensunfähig und orientierungslos. Das könnte das Ende sein...

Sollte das Tier keine stark lebenseinschränkende Behinderung davon tragen, ist eine Behandlung mit Vitamin B möglich - das regt das Nervenwachstum an und verschnellert die neubildung. Das Tier kann sich langsam ggf. wider etwas fangen und seine Bewegungen verbessern. Aber das ist nur begrenzt möglich und dauert sehr lange.


- Diabetis

Ratten können Diabetis erwerben wenn sie gerne mal etwas zu dick sind. Anzeichen sind enorm viel trinken, plötzlich ab nehmen, schlapp werden, viel urinieren, starker Uringeruch.

Tatsächlich kann man Ratten sehr gut auf Insolin einstellen!

Solltet ihr jedoch nicht schnell reagieren stirb das Tier innerhalb kürzester Zeit.

 

Es gibt deutlich mehr Erkrankungen wie beispielsweise Ohrspeicheldrüsenentzündungen, Abszesse hinter Augen oder eine Vielzahl an neurologische Erkrankungen. Ich wollte hier nur einige Dinge auflisten, die schon des öfteren aufgetreten sind.

 


* Wie finde ich einen guten Tierarzt?


Das ist so ziemlich die Beste Frage die man sich stellen kann... Und wenn ihr schlau seit, stellt ihr euch diese Frage bereits befor ein Tier erkrankt.

Leider bringt es nichts, bei einem Tierarzt an zu rufen, und ihn zu fragen ob er sich mit Ratten aus kennt.

Auch bringt es nicht viel, wenn der Tierarzt bereits 20000 Hunden und Katzen das Leben gerettet hat und bei Hunden und Katzen eine Art Superheld ist...

 

Warum dem so ist? Weil Ratten sehr besonders sind! Sie sind nicht mit Hunden, Katzen oder anderen Kleinnagern vergleichbar. Es sind zwar Nagetiere, aber sie sind alles fresser.

Der Körper ist sehr Krankheitsanfällig und die Tiere verstecken ihre Leiden lange.

Nur wenige Medikamente sind für Ratten getestet und freigegeben. Der Tierarzt muss also entweder Erfahren sein oder sich die Dosierung ggf. bei Erfahrenen Leuten erfragen - und welcher Tierarzt tut das schon gerne?!

Und dann noch die Sache mit dem Stoffwechsel: Die Dosierung der Medikamente ist bei Ratten viel höher als bei anderen Tieren. Depotmittel wirken maximal 3 Tage selbst wenn sie zB für Hunde für 1 Woche angegeben sind!


Das alles hilft aber nicht, um einen guten Tierarzt zu finden... Letztlich ist es mittlerweile so weit gekommen, dass in vielen Foren eine Interne "Tierarzt Liste" geführt wird bei der Rattenerprobte Tierärzte gesammelt und empfohlen werden.

 

Leute die in meiner Nähe wohnen, können mich natürlich auch nach meinen Tierarzt Erfahrungen befragen. Ich gebe gerne Auskunft. Für alle etwas weiter entfernt wohnenden Leute währe es evtl. möglich, in der nähe wohnende andere Halter oder Züchter zu befragen ob sie eine TA empfehlung haben.